Handwerk · Klang · Holz
Drei Violinen, entstanden in freien Stunden — jede ein Experiment in Lack, Holz und Klang.
Willkommen auf meiner kleinen und bescheidenen Präsenz in der digitalen Weite. Hier stelle ich meine selbst geschaffenen Klangholzkreationen vor — Violinen, die in der raren Freizeit entstehen.
Die zweite Violine — meine persönliche Interpretation à la Cremonese — ist fertig. Die letzten Monate haben viel über Lacke gelehrt: Öllacke, ihre Eigenschaften, ihre Eigenarten.
Instrument Nummer drei ist mittlerweile fertiggestellt — mit knapp zwei Jahren Bauzeit etwas später als geplant, doch spiele ich aktuell mehr als dass ich mich mit dieser Handwerkskunst beschäftige.
Geduld ist eine sehr wichtige Tugend im Geigenbau.
— Dennis
Fertiggestellt nach sagenhaften 8 Monaten — ohne Pandemie und Lockdowns wäre das für mich auch nicht anders zu bewältigen gewesen. Ein antikisiertes Instrument mit eigenwilligem Charakter.
Rückseite
Wölbung
Schnecke
Antikisierung am Boden
Zäpfchen mit Krone
Steg
Detailansicht
Gesamtansicht
Nussbeize, Leimwasser und ein äußerst dünner einschichtiger selbst pigmentierter Öllack mit einer ordentlichen französischen Politur — ein interessantes und äußerst robustes Lackbild. Mittlerweile auch eine Experimentalgeige: mehrfach geöffnet, an Boden und Decke weiter ausgearbeitet.
Vorlage: die ex-Joachim Stradivari „Il Cremonese" von 1715. Einteiliger Boden, ähnlicher Jahresringverlauf. Lackaufbau:
Mittlerweile ist diese Geige meine Stimme geworden.
Holzauswahl im Schaffensprozess
Die Box ist fertig
Die passende Lektüre Vollständig dokumentiert — vom rohen Holz bis zur winterlichen Polymerisation. Erste Freihandschnecke, erster Anschäfter, experimentell erhöhter Zargenkranz mit 31 - 32mm.
Der grundsätzliche Lackaufbau ist ähnlich wie bei meinem vorherigen Instrument und dünn aufgetragen in jeweils zwei Doppelschichten sowie einer etwas härteren transparentem Schutzlackschicht. Die ersten Schichten sind dabei fast transparent mit ein wenig Krapp. Die Farbschicht enhtält Ruß, Krappwurzel sowie Spuren von Karmin. Vorgebeizt wurde mit 1/3 Lösung Walnussbeize, versiegelt mit Leimwasser.
Als Garnitur kommen Wirbel und der Saitenhalter aus edlem Schlangenholz zum Einsatz. Bedingt durch das hohe Gewicht musste der Kinnhalter aus Schlangenholz weichen und wurde durch eine farblich passende Eigenkreation aus Palisander ersetzt.Diese Violine hat kein Vorbild, sondern ist durch verschiedene Stile beeinflusst - wichtig war mir konstruktiv ein Instrument mit hoher Wölbung = großes Volumen zu bauen und dennoch eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit im Klang zu erreichen.
Holz in der Hütt'n
Erste Freihandschnecke und erster Anschäfter
Zargenkranz nimmt Form an
Zargenkranz
mit Eckblöcken
Passung der C-Bügel mit der Decke
Adereinlage wird eingeleimt
Ausarbeitung des Inneren
Deckenstärken ausmessen
F-Löcher anzeichnen
Adereinlage am Boden
Fleur-de-lis Ornamente nach Andrea Guarneri
Sonnenbad — bald darf der Deckel drauf
Halseinpassung
Hals sitzt gut, mittig — Griffbrettwinkel passt
Untersattel eingepasst — erste Tonprobe
Resultat nach der ersten Lackrunde
Winterliche Sonne — Polymerisation der ersten Lackschicht